Weiterbildung Notfallpflege (22/24)

Weiterbildungsbeginn: Oktober 2022

Notaufnahmen sind eine innerklinische Anlaufstelle für alle ungeplant eintreffenden Patienten. Die absolute Heterogenität bezüglich des Patientenklientel und Krankheitsspektrums stellen das dort arbeitende Personal vor eine enorme Herausforderung. Die Mitarbeiter müssen oft unter Zeitdruck nicht nur auf ein fundiertes Wissen zurückgreifen können, sondern auch in der Lage sein, die besonderen Belastungen des Patienten wahrzunehmen und in situationsgerechtes und empathisches Handeln umzusetzen. Zur Verbesserung der Patientenversorgung ist es notwendig das Pflegepersonal eines Notfallzentrums umfassend strukturiert weiterzubilden.
Der Fokus liegt auf einer Verbesserung der Versorgungsqualität und damit auch auf einer Verbesserung der Patientensicherheit.

Ziel der Weiterbildung ist es Pflegekräfte mit den verschiedenen Fachgebieten
der Notfallpflege und intensivmedizinischen Versorgung vertraut zu machen und ihnen die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen speziellen Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen zu
vermitteln.
In enger Abstimmung mit der bereits seit vielen Jahren etablierten staatlichen Fachweiterbildung
Anästhesie und Intensivmedizin wird diese Weiterbildung nach der Verordnung des Sozialministeriums über Weiterbildungen für Pflegeberufe in Baden-Württemberg (WVO-Pflegeberufe) vom 22. Oktober 2020 durchgeführt.
Voraussetzungen
Voraussetzungen für die Aufnahme einer Weiterbildung an einer staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte sind:
1. die Berufserlaubnis nach § 1 Gesetz über die Pflegeberufe und
2. eine berufliche Tätigkeit in der Gesundheits- und Krankenpflege oder in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege nach Beendigung der Ausbildung, die ein Jahr betragen soll, davon sechs Monate im Fachgebiet der jeweiligen Weiterbildung; bei kombinierter Weiterbildung Intensivpflege und Anästhesie reicht Berufserfahrung entweder im Fachgebiet Intensivpflege oder im Fachgebiet Anästhesie.

Der Aufnahmeantrag ist an die Leiterin oder den Leiter der Weiterbildung zu richten. Das Aufnahmeverfahren wird durch die Leiterin oder den Leiter der Weiterbildung durchgeführt. Über den Aufnahmeantrag entscheidet die Leiterin oder der Leiter der Weiterbildung schriftlich.
Inhalte
Weiterbildungsdauer:
Zwei Jahre berufsbegleitend (bei einer 100% Anstellung). Möchten Sie in Teilzeit Ihre Weiterbildung absolvieren ist dies möglich ab einer 50% Teilzeitanstellung.

Theoretischer Unterricht:
720 Stunden in ca. 18 Blockwochen

Zusätzlich wird ggf. ein ein internationaler Kongress besucht z.B. der Hauptstadtkongress für Anästhesiologie und Intensivtherapie oder das Symposium Intensivmedizin & Intensivpflege in Bremen.

Vorbereitungen für Klausuren, Prüfungen, Referate, Pflegepanorama und die Facharbeit finden betreut in der Freizeit statt.

Theoretische Schwerpunkte der Ausbildung sind:

Basismodule 170 Stunden
BM I - Berufliche Grundlagen anwenden
BM II - Entwicklungen initiieren und gestalten

Fachmodule 550 Stunnden
FM I - Patientinnen und Patiienten in der Notaufnahme ersteinschätzen, aufnehmen und begleiten
FM II - Patientinnen und Patienten in speziellen Pflegesituationen begleiten
FM III - Patientinnen und Patienten mit akuten Diagnosen überwachen und versorgen
FM IV - Patientinnen und Patienten mit akuten traumatologischen Ereignissen versorgen und überwachen
FM V - Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren

Praktische Ausbildung:
Insgesamt 1 800 Stunden

Pflichteinsatzgebiete:
920 Stunden Notfallaufnahme, davon

300 Stunden in einer zentralen oder interdisziplinären Notaufnahme (mindestens)
260 Stunden Intensivstation
200 Stunden Anästhesie
120 Stunden Präklinische Notfallversorgung

Optionale Einsatzgebiete:
300 Stunden zur Verteilung auf die oben genannten Pflichteinsatzgebiete oder weitere Einsatzgebiete

Urlaub und Fehlzeiten:
Urlaub muss anteilmäßig den Einsatzorten genommen werden.
1/12 des Jahresurlaubes mal Einsatzdauer in Monaten im jeweiligen Einsatzgebiet. Um längere Urlaube von mind. 14 Tagen einmal im Jahr gewährleisten zu können, muss bei Bedarf der Urlaub an das Ende bzw. den Anfang eines Einsatzes gelegt werden.

Die Praktische Weiterbildung verlängert sich bei Bedarf bis die 1800 Stunden erreicht worden sind.

Die Termine für die Theorieblöcke stehen noch nicht fest.
Sobald diese geplant wurden, finden Sie die entsprechenden Daten an dieser Stelle.
Ort
Akademie der Kreiskliniken Reutlingen
weitere Theorieblöcke an folgenden Standorten:
Klinikum Stuttgart,
RKH Kliniken Ludwigsburg,
Bundeswehrkrankenhaus Ulm
Kursleitung
Arnold Kaltwasser, B.Sc.
Marco Götz
Rolf Dubb, B.Sc. M.A.
Akademie Kreiskliniken Reutlingen GmbH
Kosten
8850,- € Gesamtkosten
Zertifizierung/Abschluss
Zulassungsvoraussetzungen zur Prüfung:
- Nachweis von mindestens 1800 Std. praktischer Einsätze in den genannten Einsatzbereichen
- Nachweis von mindestens 720 Std. Unterricht

Die jeweilige Weiterbildung muss grundsätzlich spätestens in fünf Jahren abgeschlossen werden
Hinweis
Wir benötigen von Ihnen folgende Bewerbungsunterlagen:

- Bewerbungsschreiben
- Tabellarischer Lebenslauf
- ein Passbild
- Berufserlaubnis nach § 1 Gesetz über die Pflegeberufe incl. Zeugnis
- Nachweis über eiine einjährige Berufserfahrung nach Beendigung der Ausbildung, davon mindestens sechs Monate in der Notaufnahme
- Zeugnisse bisheriger Tätigkeiten

Das Bewerbungsgespräch findet in den Kooperationskliniken mit der zuständigen Pflegedirektion statt.
In den Kreiskliniken Reutlingen wird der Bewerber direkt von der Leitung der Fachweiterbildung Notfallpflege eingeladen.